Das Helmstedter Impulsprojekt steht stellvertretend für den Ansatz, den beruflichen Nachwuchs auch ohne Hochschule am Ort zum Motor für Stadtentwicklung und Stadtkultur werden zu lassen. Schüler und Jungunternehmer, Immobilieneigentümer, Banker, soziale Einrichtungen, Schulen und viele weitere Akteure arbeiten beim gemeinsamen Stadtmachen unkompliziert zusammen, kultivieren Dialog und Experiment. Zentrale Bausteine zur Entwicklung und Diskussion von Impulsen und Visionen sowie von konkreten Beiträgen des Nachwuchses zur Helmstedter Stadtentwicklung waren Schülerseminare, Empfänge, Kooperationsprojekte mit der lokalen Presse und einer Jugendzeitung sowie schließlich eine Aktionswoche, in die neben der Helmstedter Stadtöffentlichkeit vor allem lokale Entscheidungs- und Verantwortungsträger intensiv einbezogen waren. Es wurde eine Mischung aus Club, Galerie, Stadtentwicklungsforum und Coworking-Lounge inszeniert, um erlebbar zu machen, worum es den jungen Erwachsenen in Helmstedt geht.

Zur Überraschung der Initiatoren zeigten alle Generationen an diesem Experiment großes Interesse. Im Anschluss formierte sich deshalb ein Aktionsbündnis. Innerhalb eines Jahres wurde ein nachhaltiges Format entwickelt, einschließlich Träger-, Betriebs-, Kommunikations- und Finanzierungsmodell. Aus einem vorlaufenden ExWost-Vorhaben zur Beförderung von Eigentümer- Standortgemeinschaften formierte sich ein Trägerverein, der als Plattform für die finanzielle und juristische Basis des Aktionsbündnisses fungiert und für Kontinuität sorgt. Jungunternehmer übernehmen Betrieb und Kommunikation der gemeinsam entwickelten und getragenen Plattform.

Ein Ergebnis der bisherigen Arbeit in Helmstedt ist die Gründung eines dauerhaften Clubs: Im Sommer 2013 wurde der ehemalige Pferdestall des Klosters St. Ludgeri von dem Aktionsbündnis als Club, Forum, Bühne, Jugend- und Workcafé umgenutzt und umgestaltet, komplett durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert und mit hohen ehrenamtlichen Engagement befördert. Der PFERDESTALL schafft einen neuen Begegnungsraum für verschiedene Zielgruppen und eine Plattform für junge Formate und Ideen in der Stadt Helmstedt. Helmstedt zeigt, wie ein wachsendes zivilgesellschaftliches Aktionsbündnis die Innenentwicklung einer dramatisch schrumpfenden Kleinstadt unter dem Stichwort „Dialog der Generationen“ mit konkreten Impulsen selbst in die Hand nehmen kann.